Detaillierter Vergleich
Proton VPN lässt sich sachlich über drei Punkte einordnen: öffentlich zugängliche App-Quelltexte, eine deutliche Trennung zwischen Gratis- und Bezahlumfang sowie zusätzliche Routing- und Filterfunktionen in den bezahlten Tarifen. Für eine belastbare Auswahl muss diese Tarifgrenze sichtbar bleiben; Merkmale von Proton VPN Plus dürfen nicht dem Gratiszugang zugeschrieben werden.
Was der Gratiszugang umfasst
Proton beschreibt den kostenlosen Zugang als ohne Datenlimit. Die Serverauswahl erfolgt dort automatisch aus zehn Ländern, und es ist eine VPN-Verbindung vorgesehen. Das ist ein anderer Zuschnitt als ein zeitlich begrenzter Probemonat: Der Zugang kann dauerhaft genutzt werden, bietet aber weniger Auswahl und Funktionen.
Bezahlte Tarife ergänzen nach aktueller Dokumentation unter anderem zehn gleichzeitige Verbindungen, eine größere Standortauswahl, Secure Core, NetShield und P2P-Unterstützung. Auch Funktionen, die der Anbieter für Medienzugriffe vorsieht, sind dem Bezahlumfang zugeordnet. Daraus folgt keine Garantie für die Verfügbarkeit eines bestimmten Dienstes. Einen breiteren Überblick zu unterschiedlichen Gratis-Modellen gibt es unter kostenlose VPN-Angebote.
Secure Core als zusätzliche Route
Secure Core leitet den Datenverkehr zunächst über eine zusätzliche Station, bevor er den eigentlichen Ausgangsserver erreicht. Proton beschreibt hierfür eigene Infrastruktur in ausgewählten Ländern. Diese Konstruktion richtet sich an Bedrohungsmodelle, in denen eine zusätzliche Trennung der Route gewünscht ist.
Die zusätzliche Station kann aber auch mehr Weg und Abhängigkeiten bedeuten. Secure Core ist deshalb keine pauschal notwendige Einstellung für jede Verbindung. Es gehört zu den bezahlten Tarifen und sollte nur als das eingeordnet werden, was die Dokumentation belegt: eine mehrstufige Routing-Option, nicht eine Garantie vollständiger Anonymität.
NetShield und seine Grenzen
NetShield arbeitet laut Proton auf DNS-Ebene und blockiert bekannte Domains für Werbung, Tracker oder Schadsoftware. Die Funktion ist in den bezahlten Tarifen verfügbar. DNS-Filter können bekannte Ziele unterbinden, erfassen aber nicht jede Werbung und prüfen keine beliebigen Dateien oder Inhalte auf dem Endgerät.
Wer NetShield benötigt, sollte sowohl die Tarifstufe als auch die Verfügbarkeit in der konkreten App kontrollieren. Die Funktion ersetzt keine Softwareupdates, Browser-Schutzmechanismen oder eine vorsichtige Rechtevergabe.
Open-Source-Apps
Proton veröffentlicht den Quellcode seiner VPN-Apps für die unterstützten Plattformen und verlinkt dazu Sicherheitsprüfungen. Das schafft Nachvollziehbarkeit für die Clientsoftware. Es bedeutet jedoch nicht, dass die gesamte Serverinfrastruktur offenliegt oder jede veröffentlichte Version bereits unabhängig geprüft wurde.
Für die Geräteplanung ist deshalb weiterhin ein Funktionsabgleich sinnvoll: Die bloße Existenz einer App sagt nicht, dass jede Option auf allen Betriebssystemen identisch umgesetzt ist. Technische Grundlagen zur Protokoll- und App-Einordnung stehen im VPN Security Guide.
No-Logs-Prüfung und Transparenz
Proton berichtete im Juni 2026 über die fünfte jährliche Prüfung seiner VPN-Infrastruktur durch Securitum und verlinkte einen vollständigen Bericht über Proton Drive. Die Anbieterzusammenfassung beschreibt eine technische Kontrolle der No-Logs-Umsetzung. Diese Prüfung ist zeitlich und technisch abgegrenzt; sie belegt kein zukünftiges Verhalten und keine vollständige Anonymität.
Ergänzend veröffentlicht Proton einen Transparenzbericht zu rechtlichen Anfragen. Das ist eine weitere Informationsquelle, jedoch eine Selbstauskunft des Anbieters. Auditbericht, Transparenzbericht und Datenschutzerklärung erfüllen unterschiedliche Zwecke und sollten nicht zu einer einzigen pauschalen Vertrauensaussage verdichtet werden.
Proton nennt die Schweiz als Unternehmens- und Rechtsstandort des VPN-Dienstes. Auch diese Angabe ist Kontext, kein automatischer Qualitätsbeleg und keine Rechtsberatung für den Einzelfall.
Dexter-Einordnung nach Bedarf
Proton VPN ist näher zu prüfen, wenn ein dauerhaft nutzbarer Gratiszugang ohne Datenlimit, einsehbarer App-Quellcode oder mehrstufiges Routing wichtige Kriterien sind. Wer Free nutzt, muss die automatische Standortwahl und den kleineren Funktionsumfang akzeptieren. Wer Secure Core, NetShield oder mehrere parallele Geräte benötigt, sollte die aktuelle Bezahlstufe und den Checkout prüfen. Preise, Standortzahlen und Tarifmerkmale können sich ändern.
Quellen und Nachweise
- Proton VPN: Open-Source-Apps
- Proton VPN: Secure Core
- Proton VPN: NetShield
- Proton VPN: Gratis- und Bezahlumfang
- Proton VPN: No-Logs-Prüfung 2026
- Proton VPN: Transparenzbericht
- Proton VPN: No-Logs-Policy und Schweizer Rechtskontext
Quellen zuletzt abgerufen am 04.09.2026. Produkt-, Tarif- und Verfügbarkeitsangaben können sich ändern.